LEHRER SIND BESSER!
Neue Studien zeigen: Lehrer sind besser!
MEDIEN SOLLTEN SICH STÄRKER AN REVISION VON NEGATIV-KLISCHEES ÜBER LEHRER BETEILIGEN
Der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt hat die Medien zu einer ausführlichen Berichterstattung über aktuelle Ergebnisse der Lehrerforschung, u.a. des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, aufgefordert. Die in vier Bundesländern durchgeführte Untersuchung der Berliner Wissenschaftler räumt mit gängigen Negativ-Klischees über Lehrkräfte auf: Sie stellt heraus, dass mit zwei Dritteln die ganz große Mehrheit der Lehrer auch unter schwieriger gewordenen Rahmenbedingungen mit viel Lust, Liebe und Engagement ihrem Beruf nachgeht. Sie zeigt weiter, dass bei der Überprüfung ihrer Englisch- und Mathematik-Kenntnisse angehende Gymnasiallehrer z.T. deutlich bessere Ergebnisse als andere Studenten erzielen. Dieser Befund korreliert mit dem Ergebnis aus früheren Untersuchungen, nach denen Studierende für das Lehramt an Gymnasien überdurchschnittlich gute Abiturnoten aufweisen. „Damit“, kommentierte der bpv-Vorsitzende, „besteht die große Chance, die breite Öffentlichkeit darüber aufzuklären: Der Lehrerberuf ist für die meisten Studierenden keineswegs nur zweite Wahl, eine Verlegenheitslösung oder ein Sammelbecken für Ungeeignete. Ich hätte nichts dagegen, wenn nach der großen Kritik gerade am Gymnasium die neuesten Studienergebnisse für unsere Medien Anlass wäre, nun auch einmal ein lautes ‚Hurra!’ über unsere Lehrerinnen und Lehrer auszustoßen.“
Schmidt: Zweijähriges Referendariat durch „praxisnahes“ Studium nicht ersetzbar
Widerlegt sieht Schmidt auch Behauptungen, die Zweiteilung der Lehrerausbildung in Studium und Referendariat sei überholt und nicht mehr zeitgemäß. Die meisten der rund 700 befragten Nachwuchslehrer fühlten sich durch das Referendariat gut auf den Berufsalltag vorbereitet; der vielzitierte „Praxisschock“ blieb weitgehend aus. „Diese positive Einschätzung zeigt deutlich, wie wichtig das zweijährige Referendariat ist. Während das Studium die theoretischen und fachlichen Grundlagen legt, stellt das 24-monatige Referendariat für Lehrerinnen und Lehrer die eigentliche Berufsausbildung unter Alltagsbedingungen dar. Seinen Zweck, die theoretisch erworbenen Kenntnisse aus dem Studium in konkrete Berufstätigkeit zu übersetzen, erfüllt es offenbar sehr gut. Es ist ein großes Missverständnis zu glauben, bereits am Ende des Studiums müsse der einsatzfähige Lehrer stehen. So praxisnah wie das Referendariat kann das beste Universitätsstudium nicht sein. Daher müssen Studium und zweijähriges Referendariat unverzichtbare Bestandteile der Vorbereitung junger Lehrkräfte auf ihren Beruf bleiben. Ansätze, an der inhaltlichen und zeitlichen Gewichtung der beiden Teile grundsätzlich etwas ändern zu wollen, bleiben ein fataler Irrweg. Er führt zur Verschlechterung der Lehrerausbildung.“
