MIGRATION UND INTEGRATION
Philologenverband zum heute vorgestellten Konzept „Migration und Integration
“SPRACHFÖRDERUNG IST DER SCHLÜSSEL ZU BESSERER SCHULISCHER UND GESELLSCHAFTLICHER INTEGRATION„
Für eine gelingende Integration ist Schulerfolg eine wichtige Voraussetzung. Schulerfolg und Bildungskarriere wiederum hängen von der sicheren Beherrschung der Verkehrssprache ab. Das haben Untersuchungen im Gefolge von PISA eindrucksvoll bestätigt. Wir begrüßen daher alle staatlichen Maßnahmen, die darauf abzielen, die sprachlichen Defizite im Deutschen unter Migrantenkindern zu beheben und damit einer größeren Gruppe von Kindern mit Migrationshintergrund den Weg zu einer anspruchsvolleren Bildung und einem Hochschulstudium zu ebnen“. Mit diesen Worten kommentierte der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt das heute von Kultusminister Dr. Spaenle im Kabinett vorgestellte Konzept „Migration und Integration“.
Schmidt bekräftigte die Forderung seines Verbandes nach konsequenter Ausweitung der frühen sprachlichen Förderung: „Bis zum Übertritt müssen sprachliche Defizite bei allen Kindern so weit eliminiert sein, dass sie bei der Entscheidung über die weitere Schullaufbahn keine Rolle mehr spielen.“
Schmidt betonte aber auch, dass gerade für die sprachliche Integration beide Seiten in der Pflicht stehen: „Der Staat muss genügend qualifizierte Angebote machen. Aber sie müssen auch angenommen werden. Alle Migranten sollten erkennen, dass jegliche Indifferenz in dieser Frage gerade für die junge Generation eine mächtige Hypothek bedeutet, die nur noch sehr schwer abzutragen ist.“
Modellversuch zu Islamunterricht in deutscher Sprache „vernünftig“
Zu dem im kommenden Schuljahr in Bayern beginnenden Modellversuch eines Islamunterrichts in deutscher Sprache merkte Schmidt an: „Natürlich muss man hier die Umsetzung abwarten. Von ihr wird auch abhängen, wie gut das Angebot angenommen wird. Grundsätzlich scheint mir die jetzt gewählte Form aber eine vernünftige Möglichkeit zu sein, die den Bedürfnissen beider Seiten Rechnung tragen kann.“
