BPV WILL UNTERSTÜTZUNGSSYSTEM FÜR BERUFSANFÄNGER

Philologenverband nach Äußerungen von Kultusminister Dr. Spaenle zur Modernisierung der Lehrerbildung:

UNTERSTÜTZUNGSSYSTEM FÜR BERUFSANFÄNGER ALS DRITTE PHASE DER LEHRERBILDUNG INSTALLIEREN

„Wir Lehrer unterstützen alle sinnvollen Maßnahmen, mit denen die Ausbildung der bayerischen Lehrkräfte weiter verbessert werden kann. Die Vorstellungen von Kultusminister Dr. Spaenle sehen wir als sehr gute Basis an, um gemeinsam die Modernisierung der Lehrerbildung in Bayern voranzubringen. Ein schulartspezifisches Lehramtsstudium mit einer jeweils wohlabgewogenen Mischung aus fachwissenschaftlichen und pädagogisch-psycholo­gischen Anteilen bleibt auch für uns unverzichtbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Berufsausübung“, lobte Max Schmidt, der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) jüngste Äußerungen des Kultusministers. Offen zeigte sich Schmidt gegenüber Spaenles Ankündigung, die ‚Ausbildung der pädagogischen, sozialen, didaktischen und psy­chologischen Fähigkeiten für Lehrer aller Schularten’ zu verstärken. „Teile davon sollten als dritte Phase der Lehrerbildung unbedingt in die Berufseinstiegsphase gelegt werden. Berufsanfänger könnten so eine ideale Unterstützung bei der Bewältigung von Schwierigkeiten des realen Schulalltags finden“, regte der bpv-Vorsitzende an. Allerdings, so Schmidt, müs­se dabei berücksichtigt werden, dass Lehrkräfte gerade in den Jahren des Berufseinstiegs „besonders heftig am Rudern sind“ und ein „obligatorisches Veranstaltungspaket zusätzlich zur vollen Unterrichtsverpflichtung nicht zu schultern ist.“ Die feste Installierung der dritten Phase der Lehrerbildung müsse daher mit einer adäquaten Reduzierung des Stundendeputats einhergehen.

Eignungstests als k.o.-Kriterium ungeeignet
Positiv äußerte sich der Vorsitzende auch gegenüber der Ankündigung des Kultusministers, valide Eignungstests für Interessenten an einem Lehramtsstudium entwickeln zu wollen: „Die besten Kandidaten für unsere Schulen finden zu wollen ist ein Ziel, das wir unterstützen. Valide Eignungstests können diesbezüglich ein geeignetes Hilfsmittel sein.“ Sehr skeptisch steht der Philologenverband allerdings der Idee gegenüber, die Aufnahme eines Lehramtsstudiums vom Bestehen eines Eignungstests abhängig zu machen: „Das dürfte allein schon aus verfassungsrechtlichen Gründen kaum machbar sein. Letztlich ist es wie in anderen Berufen auch: Die Eignung zur Berufsausübung wird nicht vor, sondern während der Ausbildung festgestellt.“